Traditionsverein Mühlhäuser Heimatfeste e.V.


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01. 09. 2011 2. Mühlhäuser Behindertenkirmes mit kurzweiligem Programm

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Mühlhausen. "Was du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen." Dies und viele weitere Sprüche von Hans Erich Müller auf der Bühne des großen Kirmeszeltes sorgten für Heiterkeit am laufenden Band. "Ein Multitalent!", meinte eine Rollstuhlfahrerin und hielt sich vor Lachen den Bauch.
Behindertenkirmes Mittwochnachmittag in der Kirmesgemeinde "Untere Rosenstraße". Der bühnensichere Stadtrat zog alle Register seines Könnens. Fast alle. Ließ Onkel Hugo und Tante Susanne zu Wort kommen, zwei Puppen mit ihm, die so ganz und gar nicht zufrieden waren mit der Gesundheitspolitik. Dabei hatte Müller noch eingangs zum Reporter gesagt: Kein bisschen Politik. Nun doch. Na ja, Politiker, die nehmens halt nicht so ernst mit dem, was sie versprechen.
Und auch das konnte er: Singen. Wenngleich nicht seine absolute Stärke, brachte er das Publikum zum Mitsingen. Die Müller-Chöre stimmten an, es wurde laut im Zelt. Zugegeben, nicht ganz so, wie zuvor durch den gemischten Trommlerzug des Drumcorps und der gastgebenden Kirmesgemeinde, die das Fest mit ihrem Einmarsch und ihrem Programm eröffneten. Das hielt dann auch viele weitere Höhepunkte bereit.


Etwa durch den Seniorenchor unter Viola Koppe, der die gute Stimmung mit seinen Liedern weiter anheizte. "Baum, Baum, Baum", "Hier ist grün, da ist grün", "Widewidewitt Johannistal" - richtig, es waren Kirmeslieder. Und nur solche brachten die fröhlichen Sängerinnen zu Gehör. Viele sangen mit, die Koppe-Chöre stimmten an. Und noch eine Stimme ertönte - die von Nana Mouskouri. Auch Kostüm, Maske und Haar ließen keine Zweifel aufkommen, dass das der Star höchstselbst ist. Doch er wars nicht, es war die Mitarbeiterin im Sozialverband VdK, Christa Scheidemann aus Schönstedt. Aber wem fiel das schon auf? Allerdings imitiert Frau Scheidemann lieber Helene Fischer, wie sie verriet. Die aber war gerade bei Florian Silbereisen.

Und wer am Mittwochnachmittag glaubte, dass der Spaß eingangs mit Hans Erich Müller der einzige blieb, hatte die Rechnung ohne die Badenixen von den Behindertenwerkstätten gemacht. Da fehlte eigentlich nur noch Gerhard Apel von den Werkstätten, der aber zog die Fäden lieber im Hintergrund. Alles klappte wie am Schnürchen, das sah auch Achim Uthardt so. Der 73-Jährige war mit seinem Rollstuhl direkt vom Ortsteil Felchta angereist - drei Kilometer her, drei Kilometer zurück, und immer an der frischen Luft. Er gehört der Selbsthilfegruppe "Rollstuhlfahrer und Freunde" an. Eigentlich ist er eher ein Fan der Felchtaer Dorfkirmes. Aber das, was mit der Behindertenkirmes im Vorjahr in Mühlhausen ins Leben gerufen wurde, findet er sehr gut. Da will und kann er nicht fehlen. Zudem ist die Zufahrt zum Zelt behindertengerecht, wie auch die Toiletten. Und die Kirmesgemeinde "Untere Rosenstraße" ist ein sympathischer Gastgeber.
Das wiederum wird Gabriele Wengel freuen, eine vor drei neuen Kirmesbürgermeisterinnen, die gemeinsam mit Christian Fliegner, Kreisvorsitzender des VdK, die 2. Behindertenkirmes eröffnete. Zu deren Gästen hatte auch der Sozialdezernent der Stadt, Johannes Bruns (SPD), gesprochen. Die Idee für eine Behindertenkirmes hatte der Mühlhäuser Bernd Weida, die von Fliegner aufgegriffen und mit einer Arbeitsgruppe nunmehr jedes Jahr umgesetzt wird. Erstmals in diesem Jahr dabei auch der Bad Langensalzaer Kreisvorsitzende des Blindenverbandes, Uwe Hasskerl.


Jürgen Wand / 01.09.11 / TA


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