Traditionsverein Mühlhäuser Heimatfeste e.V.


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04. 09. 2007

Pressespiegel > Presse 2007

Kirmeskonzert in der Mühlhäuser Petrikirche


MÜHLHAUSEN. In der Hand die unübertroffene Thüringer Bratwurst, den Blick starr in den Himmel gerichtet: So fanden sich die Mühlhäuser zu ihrer "kleinen Kirmes" am Blobach, um am späten Abend das prächtige Abschlussfeuerwerk zu bestaunen, das hinter den Türmen der altehrwürdigen St. Petri-Margarethen-Kirche emporschoss.

Gerade waren dort die letzten Töne des Kirmes-Orgelkonzertes verklungen, zu dem, wie alljährlich, die Gemeinde und ihr Orgelförderverein eingeladen hatte.Christian Kropp, Organist der St. Petri-Kirche und erst unlängst mit der Philipp-Nicolai-Medaille der evangelischen Landeskirche Fulda für seine kirchenmusikalische Arbeit geehrt, ist hauptberuflich als Richter tätig. Diese berufliche Doppelneigung teilt er mit vielen Komponisten - bekannteste Beispiele sind Händel und Telemann. Das Programm des Abends zeichnete sich durch einige selten zu hörende Werke aus. Dazu zählen die "Studien" und "Skizzen" op. 56 und 58, die Robert Schumann für den "Pedalflügel" komponierte. Ist die erste "Skizze" ein Beispiel für akkordisches Spiel, dem Christian Kropp mit entsprechender Registrierung einen marschartigen Touch gab, so war das Andantino aus den "Studien" mit seinen angetupften Tönen Beispiel minutiösen Spiels. Auch Robert Schumann ehrte Johann Sebastian Bach mit den "sechs Fugen über B-A-C-H". Aus diesem opus 60 spielte Christian Kropp die vierte, zugleich formal kunstvollste, mit sanften barocken Stimmen an das Mühlhäuser Bachjahr erinnernd. Erinnert wurde in diesem Kirmeskonzert auch an den 300. Todestag von Dietrich Buxtehude mit seinem Präludium C-Dur, BuxWV 137, dessen drei Teile der Interpret in eine dramaturgisch durchdachte motivisch-thematische Einheit brachte. Die flüssig gespielte dreistimmige Choralfantasie über "Wie schön leucht uns der Morgenstern", BuxWV 223 leitete über zu dem Duo für Flöte und Horn - Christian Kropp und Annett Günther - von Michel Boucard. Beide Instrumente von großer klanglicher Individualität, wurden im alternierenden Spiel am Überzeugendsten. Nach César Francks Ausspruch "meine Orgel, sie ist ein Orchester", erfand auch Christian Kropp "seine" Rühlmann-Orgel beim Choral dieses Meisters neu. Toccatenartige Teile und ruhig fließendes Liedgut machte er mit viel virtuoser Tastenarbeit zu einer Aufreihung tiefgründiger Musiken. Der "Choral" Nr. 3, a-Moll aus César Francks "Trois Choral" von 1890 war ein eindrucksvoller Konzertabschluss.

Quelle: Thüringer Allgemeine Mühlhausen vom 04. September von Dr. Uta ZIEGNER


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