Traditionsverein Mühlhäuser Heimatfeste e.V.


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07. 09. 2009 Kirmes zu jeder Jahreszeit

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Kirmes zu jeder Jahreszeit

MÜHLHAUSEN. Der Festumzug durch die Innenstadt war gestern Mittag der Höhepunkt der 132. Mühlhäuser Stadtkirmes. Alle 30 Kirmesgemeinden zeigten auf ihre Art und Weise, wie viel Lebensfreude in ihrer Stadt und ihrem schönsten Fest steckt.
Um eine Woche wurde wegen der Wahl in diesem Jahr die Kirmes verschoben - und das war für einige der Kirmesgemeinden eine Steilvorlage für das Umzugsbild. Die Schaffentorstraße, zum Beispiel, führte vor, wie man Kirmes in allen vier Jahreszeiten feiern kann.


Mit Weihnachtsgebäck am Kirmesbaum oder mit Schneeschuhen im Umzug. Die Leute vom Aktivistenring kamen gleich als Schneemänner und -frauen. Egal: Dass und wie schön die Mühlhäuser auch Anfang September feiern können, zeigte der fast zwei Stunden lange Umzug. Schön, dass das Wetter mitspielte. Denn dass der Sonntag vor einer Woche ein warmer Sonnentag war, hatten die Aktiven nicht vergessen. Madlen Rödiger auch nicht. Sie kam von der Ammerbrücke im Bikini, Marke: superknapp, und hielt tapfer durch, bei Temperaturen knapp über der Zehn-Grad-Marke.

Erinnert wurde im Umzug auch an die Völkerwanderungen der Geschichte, von der Arndtstraße/Bergerstraße. Vor zwei Jahrtausenden zogen die Teutonen nach dem Süden, vor zwei Jahrhunderten besiedelten die Europäer Amerika - und vor zwei Jahrzehnten pilgerten die Ossis nach drüben. Mit Trabi, Skoda, Robur-Bus. Frank Ukat klärte die Leute darüber auf, warum am Trabi ein Kennzeichen aus der Partnerstadt Münster ist. Nicht etwa, weil es nach der Abwrackprämie die Kultautos hier ausgestorben sind. Ukat ist Mühlhäuser, wohnt in Münster und hat es dort mit der Pappe ins Fernsehen geschafft.

Apropos Münster: Schmuck sahen sie aus, die Leute vom dortigen Mühlhäuser Freundeskreis. Besonders die Damen des Karnevalvereins Schlossgeister mit ihren venezianischen Masken. "Niemand ist der, für den man ihn hält", sollte das darstellen. Das Besondere: Ihr Tanz hatte am Samstag in Mühlhausen, in der Gemeinde Viktoriastraße, Premiere. In Mühlhausen war also schon zu sehen, was es in Münster erst im November gibt. So weit kann Freundschaft gehen.

Dass die jüngste Partnerstadt, Saxonburg, im Umzug nicht vergessen wurde, dafür sorgte die Feldstraße/Sondershäuser Straße - mit Verstärkung von überallher. Keine Spur davon war zu ahnen, dass es eine der ganz kleinen Gemeinden ist. Planwagen, Farmer, Line-Dancer, eine Röbling-Air als Direktverbindung zwischen beiden Städten, dazu die Eschweger Marchingband Dietemann im Bild: Alle Achtung vor so viel Ideen!

Die sind das eine, wie der Moderator am Untermarkt treffend bemerkte. Die Umsetzung das andere. Auch Kirmesbürgermeister-Gattinnen sind gelegentlich für die Ideenfindung verantwortlich, wie am Weg zum Eigenheim. Mit sage und schreibe 50 Zwergen sollte daran erinnert werden, dass sich die Mühlhäuser gelegentlich wie die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen vorkommen. Vergessen nämlich, was die Ortsumgehung und den Wagenstedter Knoten betrifft. Ein anderes Problem löste der Rimbach, das mit dem Schwanenteich. Im Nationalen Aufbauwerk, dem NAW, so wie früher also, soll der Teich in Schuss gebracht werden, einschließlich Arbeiterversorgung im Bauwagen. Verdammt überzeugend war das Ganze. Vorsichtshalber wurde der Reporter doch noch aufgeklärt, dass Kirmes ist - und alles nur ein Spaß.

Klasse, aber das fast schon gewohnt, war das Bild der Kirmesbahn. Die heilige Elisabeth wurde dargestellt. Für den Moderator mit der viel beschriebenen Liebe zum Detail. Noch mehr freilich wunderte er sich, wie man es bei den gestrigen Temperaturen barfuß auf dem kalten Pflaster aushalten kann.

Als schönste Bilder wurden von einer Jury nach dem Umzug die Feld-/Sondershäuser Straße, Oberere Weinberg-/Graßhofstraße, Weg zum Eigenheim, Zöllnersgasse und Vogteier Platz gekürt. Ausdrücklich wurde dabei Wert auf die Feststellung gelegt, dass es bei den Besten keine Reihenfolge gibt. Die Urkunden bekommen die Gemeinden im Lauf der Woche überreicht.

Quelle: Thüringer Allgemeine Mühlhausen vom 07. September 2009 von Matthias SCHENKE


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