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Pressespiegel > Presse 2010
MÜHLHAUSEN.
Heute nehmen die Stadt und ihre Bürger und viele Freunde gemeinsam mit der Familie Abschied von Günter Würfel, dem Ehrenbürger und langjährigen Kirmesoberbürgermeister. Gedanken im Folgenden von einem Weggefährten, Oberbürgermeister Hans-Dieter Dörbaum:
"Er war schon länger schwer krank, und es zeichnete sich ab, dass mit dem Schlimmsten gerechnet werden muss. Trotzdem hat mich die Nachricht vom Tod Günter Würfels tief getroffen. Vor allen Dingen ist es ein guter Freund, den ich verloren habe, ein Freund, auf den man sich in jeder Situation verlassen konnte.
Der Beginn unserer persönlichen Bekanntschaft liegt genau 20 Jahre zurück. Ich war damals vor wenigen Wochen zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt worden, während Günter sein Amt als Chef des Traditionsvereins Mühlhäuser Heimatfeste schon viele Jahre bekleidete. Es galt, in der turbulenten Zeit des rasanten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruchs in jenem Sommer 1990, knapp zwei Monate nach der Wirtschafts- und Währungsunion und der Einführung der D-Mark, die Kirmes in die neue Zeit zu geleiten, ohne dabei ihren traditionellen Charakter zu opfern.
Über das Ziel, den Charakter der Kirmes als primär nachbarschaftliches Fest zu bewahren, den vielen Kirmesgemeinden eine Zukunft zu geben und zu vermeiden, dass eine völlig kommerzialisierte Kirmes das Festgeschehen auf zwei, drei Riesenzelte reduziert, bestand Einig- keit. Und das war eine gute Basis für eine enge Zusammenarbeit, aus der Freundschaft wurde.
Geschätzt habe ich an Günter Würfel neben seinem Organisationstalent, seiner Beharrlichkeit und seinem Brennen für die Kirmes, auch seine Offenheit und Direktheit. Er hat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht, gesagt, wenn ihm etwas nicht gefallen hat, und genauso gesagt, wenn er etwas gut fand.
Eine schöne Tradition war die Einkehr in seinem Haus gleich neben dem Frauentor vor dem Beginn des Festzuges. An den Gedanken, dass zum ersten Mal die Tür zu diesem so gastlichen Haus verschlossen bleibt, muss ich mich erst noch gewöhnen. Ebenso an eine Kirmes ohne ihren Kirmesoberbürgermeister.
In meiner Erinnerung wird er lebendig bleiben und seinen Platz behaupten als eine Persönlichkeit, die Mühlhausens wichtigstes Heimatfest entscheidend geprägt hat und dafür Sorge trug, dass es heute wie vor 100 Jahren vor allem ein Fest der vielen Kirmesgemeinden ist und nicht vom Kommerz erdrückt wurde."
Qwelle: Thüringer Allgemeine Mühlhausen vom 12. August 2010
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