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Pressespiegel > Presse 2011
Vor Beginn der größten Stadtkirmes Deutschlands bastelten
Mühlhäuser Kindergartenkinder Schmuck-Ketten. Dabei erklärten die Erzieherinnen den Kleinen auch, was es mit der Kirmes auf sich hat. Mühlhausen. Der erste Kirmesbaum, der am Montag in der Stadt geschmückt wurde, war der am Kornmarkt. Das gehört zu den Ritualen des Traditionsfestes und ist eine Art Selbstläufer. Marko Fongern, der Chef des benachbarten Brauhauses zum Löwen, jedenfalls braucht sich um die Sache, die sein Vorgänger eingerührt hatte, so gut wie nicht mehr zu kümmern.
Schlag elf Uhr, so wie geplant, tauchten dann auch die Steppkes vom evangelischen Kindergarten "Elisabeth von Thüringen" am Kornmarkt auf. Gut drei Wochen hatten sie Unmengen von Buntpapier mit ihren Erzieherinnen zu Kirmesketten geklebt.Dass es Ketten und keine Girlanden sind, das hat Leiterin Ursula Rautenberg mittlerweile intus. Als Grabsche hatte sie anfangs mit der richtigen Wortwahl etwas Probleme.
Welche Bedeutung das Fest hat, weiß sie als Chefin eines christlichen Hauses umso besser. Sie und ihre Erzieherinnen vermitteln das vor der Kirmes jedes Jahr den Mädchen und Jungen, zum Beispiel im Morgenkreis. Eben, dass Mühlhausen so viele Kirchen hat, dass früher nicht jede ihre eigene Kirmes feiern sollte, sondern dafür ein Termin festgelegt wurde. Dass das Weltliche längst überwiegt, darüber ist sich Ursula Rautenberg allerdings im Klaren. Schön findet sie, dass alle Mühlhäuser dieses Fest feiern. Diejenigen, die hier wohnen, und die in der Ferne. Auch das erfahren die Kinder.
Die tanzten gestern beim Schmücken um den Baum und sangen die bekanntesten Kirmeslieder. Ein Höhepunkt in der Kirmeswoche wird der traditionelle Besuch der benachbarten Gemeinde "St. Jakobi" sein, kündigte Ursula Rautenberg an. Dann feiern auch die Erzieherinnen gleich mit und genießen eine Bratwurst. Damit geben sich die Frauen im Wesentlichen auch zufrieden, was den Schwof betrifft. "Nur zwei sind aus Mühlhausen", entschuldigte die Leiterin diese Bescheidenheit, bevor sie mit der Mannschaft im Brauhaus verschwand. Zur Tradition gehört nämlich, dass die Kinder nach getaner Arbeit dort verköstigt werden. Mit Nudeln und Tomatensoße und mit Fischstäbchen. Dazu gibt es eine Brause, aber keine Cola. Sonst wäre der Mittagsschlaf in Gefahr, konnte Brauhauschef Fongern den pädagogischen Ansatz vermitteln.
Die Feuerwehr, die mit einem Stapler vom Kirmessponsor Starep angerückt war, fuhr derweil weiter, um auf dem Steinweg weitere Wimpelketten anzubringen. "Ganz neu sind die, in den Mühlhäuser Stadtfarben Gelb und Rot, was die Passanten sofort bemerkt haben", erzählten die Feuerwehrmänner Chris-Maik Hammacher und Gerhard Schmidt. Die Kommentare der Mühlhäuser gingen dabei nur in eine Richtung: Schön würden die Wimpel aussehen - und damit die Stadt. In Regie der Wehr wurde auch der etwa zehn Meter hohe Baum am Untermarkt geschmückt.
Ausgegeben an die Gemeinden wurden am Samstagvormittag 150 Meter dieser Bäume. Standesgemäß mit einem selbst gebauten "Kirmesbaumabhol-Handwagen" erschien die Gemeinde Arbeiterwohlfahrt. Wie schon seit Jahren kam die Viktoriastraße mit einem Traktor. So stehen jetzt zur 134. Stadtkirmes in den Gemeinden und im Stadtgebiet über 35 große und kleine Bäume. Den Puschkinhausgarten schmückt ein sechs Meter hoher Baum, um den am Freitag ab 10 Uhr wieder die Kinder des Priorates Kirmeskreise gestalten.
Matthias Schenke, Glenn Meyer / 24.08.11 / TA
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