Traditionsverein Mühlhäuser Heimatfeste e.V.


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27. 08. 2007

Pressespiegel > Presse 2007

Mühlhäuser Kirmesumzug war klasse

MÜHLHAUSEN. 130. Mühlhäuser Kirmes - wann, wenn nicht jetzt, wäre das ein Grund für ein Weltkirmestreffen in der Stadt. Das sagte sich die Kirmesgemeinde Arndtstraße/Professor-Berger-Straße - und lud Länder der Welt ein. Takatukaland, Fischland, Disneyland - und die Vogtei. Auf die Besonderheiten dieses Menschenschlags waren die Moderatoren schon vorher eingegangen - als es um die Gebietsreform ging. Die wurde gestern natürlich nach den Debatten der letzten Wochen nicht ausgespart.

Schwer genug sei nämlich schon das Zusammenleben der Mühlhäuser und der Vogteier - wie soll das erst mit den Eichsfeldern werden, stellen Mega und Ronny in den Raum. Die Antwort kam von der Kirmesgemeinde "Weiße Mäuse": "Mächtig, stolz und fein - Mühlhausen soll keine Kreisstadt mehr sein?", fragte Scholle. Nicht nur für ihn ist da die Welt nicht mehr in Ordnung - auch vom Publikum kam besonders viel Beifall für den netten Vers "Dörbaum hat einen Spleen - er will ins Eichsfeld ziehen". Mega und Ronny nahmen dann etwas Dampf aus der Sache. Auch - oder gerade - in der Politik werde nicht alles so heiß gegessen, zumal vom Zwist zur Kirmes beim Bier im Zelt nichts mehr zu spüren gewesen war. Als der Landrat dem Oberbürgemeister dann sogar einen Kirmeskuchen schenkte, verstanden einige am Untermarkt die Welt nicht mehr. Ein Passant schon. "Liebe geht eben durch den Magen", kommentierte er.
Ein Kommentar war gestern, im schönsten Sommerwetter, der Gemeinde Zinkengasse der Mühlhäuser Weihnachtsmarkt wert, oder besser: "Günzels Ruh". Dazu passend wurde gleich der Glühwein serviert. "Mützen, Socken, Jacken und BH - nur Weihnachtsware, die ist rar", hatte man festgestellt und eigentlich dafür kein Verständnis. Warum? "Die Händler sind doch beflissen - bloß der Weihnachtsmarkt, der ist bescheiden." Oder so ähnlich.Erinnert wurde natürlich auch an die Geschichte, die einem in einer freien Reichsstadt allenthalben begegnet. An Müntzer, an das Müntzerspiel und an Bach in Mühlhausen - wofür die "Obere Thälmannstraße" weder Kosten noch Mühen gescheut hatte - auch wenn der orgelnde Bach wohl vor 300 Jahren etwas jünger aussah als der gestrige. Macht nichts. An die Mühlen der Stadt erinnerte die Kirmesbahn-Gemeinde. Zum ersten Mal war die dabei - aber gleich ganz groß. Wennschon, dennschon. Und: Wer es noch nicht wusste, wofür die Buchstaben bei "Kirmes" stehen, der wurde von der Mittelstraße aufgeklärt. Das I, übrigens, für Ingo, den DJ der Gemeinde, mit der Whiskey-Wodka-Cola-Sonstwas-Stimme. Die übertönte selbst den Spielmannszug, der vorauslief. Zumindest glaubten das die Moderatoren am Untermarkt. Die Sorge, dass die Stimme nicht durchhalten würde, die war unbegründet, Mega wusste das: Ingo klinge immer gleich und eben so wie gestern. Eine andere Frage der beiden auf dem Kran beantwortete sich von selbst. Die, ob Daddy Cool, der Tänzer der Zöllnersgasse, wohl das coole Hüpfen den ganzen Umzug durchziehen werde. Selbst nach dem Schluss, in irgendeiner Seitengasse, vibrierte der Wagen noch.
Wie gesagt: Jubiläumsklasse.
Quelle: Thüringer Allgemeine Mühlhausen vom 27. August von Matthias SCHENKE



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